Verein zur Unterstützung von Wachkoma-Patienten
Blindengeld oder sehen ?
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Blindengeld oder sehen

Blindengeld, auch für Wachkoma-Betroffene(*)
Information für Angehörige von Wachkoma-Betroffenen - was heißt sehen können ?

anstelle von Hilfe und Aufklärung, gibt es immer wieder Verbände/Vereine die versuchen andere Organisationen als unseriös hinzustellen und nur sich selber als wissend darzustellen - wir lassen uns deshalb jedoch nicht von unserem bisher sehr erfolgreichen Weg der kostenlosen Betroffenenhilfe abbringen - wir kämpfen weiter gegen “Interpretationswirrwar der Behörden” und für ein respekt- und verständnisvolleres Verhalten der Behörden und Ämter gegenüber gehandicapten Menschen

dem Thema vorwegnehmend ;

unsere Hinweise, Tips, Informationen usw. erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit- sie dienen lediglich der ersten Information an Betroffene und geben keine Garantie auf Erfolg

lassen sie sich nicht durch das Wort “Blind” verwirren, es müsste eigentlich besser “nicht sehen” heißen, denn auch ein “Blinder” kann möglicherweise z. Beispiel Kontraste erkennen. auch ein abgelehnter Antrag muss nicht gleich hingenommen werden. Um diese bürokratische Hürde meistern zu können, sollte einige wichtige Dinge beachten - wir sagen ihnen gerne welche Dinge es sein sollten.

Blindengeld nach dem Gesetz über Hilfen für Blinde und Gehörlose (GHBG) in der Bundesrepublik Deutschland. Vom Grundsatz her uneingeschränkt gültig für alle Bundesländer, jedoch gibt es in einigen Bundesländern geringfügige Abweichungen. Kaum ein Leistungsträger akzeptiert bei Erstantrag die selbsterstellten Forderungen beizubringender nachweise einer “Blindheit”. Urteile des höchsten Deutschen Sozialgericht, des BSG, werden in einigen wichtigen Passagen merkwürdig interpretiert. Daraus folgen oftmals ablehnende Bescheide.
Im Falle Wachkoma lohnt sich aber immer ein Widerspruch. Wird auch dieser abgelehnt sollte man Klage erheben.

Auch wenn kein optischer Defekt der Sehnerven, Sehbahnen, Sehzentrum usw. vorliegt, ist es nicht gleichbedeutend das ein Mensch “sehen” kann. Auch die Eintragung des Kürzel “Bl” im Schwbh.Ausweis steht in keinem direkten Zusammenhang zur Zahlung - weitere Erklärungen hierzu bei Kontakt

etwas “sehen” können heißt und bedeutet = erkennen/wahrnehmen - umsetzen und verarbeiten - planen/handeln - und abschließend = benennen können

Ein Betroffener im Zustand Wachkoma, untere Remissionsphase, mit cerebraler Schädigung, z. Beispiel Diagnose hypoxischer Hirnschaden nach erfolgter Reanimation, ist nicht in der Lage vorgenannte Kriterien zu erfüllen. Das ist medizinisch realistisch belegt. Daran ändert zur Zeit keine medizinisch bekannte Untersuchungsmethode etwas. Auch nicht die sogenannte Blitzprüfung,dem VEP. Es handelt sich bei dieser Untersuchung lediglich um eine Reaktionsprüfung. Diese ist nicht gleichbedeutend mit sehen (siehe auch Kontraste).

Urteile des Bundessozialgericht –BSG-  AZ: B 7 SF 2/03 R vom 26.10.2004
sowie Urteil des   BSG -  AZ: B 9 a BL 1/05 R vom 20.07.2005
Beide Urteile können im Wortlaut vom Verein abgefordert werden bzw. sind einzusehen in den Veröffentlichungen des BSG unter Angabe der entsprechenden Urteils-Daten

Leitsatz des BSG von 2005 : (Auszugsweise) Als Blind gilt auch, wer aufgrund schwerer Hirnschädigung visuell nichts wahrnimmt, sofern andere Sinnesmodalitäten wenigstens teilweise noch erhalten sind.

Diese Urteile sind entscheidend , das Blindengeld in allen Ländern der BRD gezahlt werden muss. Die wichtigsten Punkte bzw. Inhalte zum Urteilsspruch

Berücksichtigungsfähig sind alle Störungen des Sehvermögens, sofern sie im Schweregrad einer Beeinträchtigung der Sehschärfe 1/50 oder weniger entspricht. Wachkoma-Betroffene im Zustand des Wachkoma sind Blind. Sie sind weder in der Lage zu erkennen, noch zu verarbeiten oder umzusetzen und schon gar nicht zuzuordnen.

Außerdem stellte das BSG : Es ist nicht entscheidend welches die Ursache der Sehstörung ist und ob das Sehorgan (Auge) selber geschädigt ist.
Auch cerebrale Schäden, welche zu Sehstörungen bzw. Beeinträchtigung des Sehvermögens führen bzw. geführt haben sind zu berücksichtigen.
Ein besonderer Nachweis (Augenarzt) ist damit nicht erforderlich. Es reicht die Aussage im ärztlichen Befund dass eine Sehstörung durch cerebrale Störung besteht.

Betreuer/Angehörige wäre zu empfehlen, schon in der Reha bzw. der Erstdiagnose vom behandelnden Arzt diesen Wortlaut aufführen zu lassen. Es würde eine Antragstellung zur Zahlung auf Blindengeld vereinfachen und beschleunigen.

Wachkoma-Betroffene haben somit einen gesetzlichen Anspruch auf Zahlung von Blindengeld. Anträge können beim jeweiligen Landschaftsverband –formlos- oder den kommunalen Sozialämtern gestellt werden

Sofern noch nicht geschehen, sollte beim Versorgungsamt auf dem amtlichen Ausweis für Schwerbehinderte das Kürzel –Bl- für Blind eingetragen werden. Hierzu bedarf es laut vorgenanntem Urteil keiner zusätzlichen Untersuchung oder Bescheinigung eines Augenarztes (siehe auch vor erwähnt)
Doch auch, wenn dieses Kürzel nicht eingetragen ist, muss Blindengeld im Falle Wachkoma gezahlt werden - Urteil des Sozialgericht Duisburg, 24. Kammer – Akt-z. S 24 SB 153/04

Da in den jeweiligen Bundesländern Blindengeld in unterschiedlicher Höhe gezahlt wird, hat der Gesetzgeber festgelegt, das Blindengeld nur wie folgt gekürzt werden darf:
- bei häuslicher Pflege um max. 143,50 € Zahlbetrag zwischen 450-500 €/Monat
- Einrichtungspflege um max. 60 v.H. Zahlbetrag zwischen 275-300 €/Monat **
** hier gibt es zusätzlich ein paar spezielle Besonderheiten einiger Einrichtungen.

Hinweise finden sich hierzu im internet - man nehme google.de und gebe Bildengeld und Bundesland ein, dann erhält man notwendige Erstinformationen
Der Verein ist dann gerne bei Antragstellung und Widerspruch behilflich.

Hinweis
In einem Urteil des Sozialgericht Duisburg - AZ S24SB153/04 -24.Kammer-,wurde festgestellt, das die Zahlung von Blindengeld in keinem direkten Zusammenhang mit dem Kürzel “Bl” im Schwerbehindertenausweis steht. Es muss keine Eintragung vorhanden sein um die Leistung zu erhalten. Eine Rückhaltung der Zahlung wegen fehlender Eintragung ist unzulässig und stellt eine rechtsverletzung gegenüber dem Antragsteller dar

Grundsätzlich erklären wir jedoch nachstehendes. Es geht uns primär nicht um generelle Zahlung von Blindengeld für Wachkoma-Patienten. Jeder Fall ist individuell und muss belegt oder geprüft werden. Es geht uns um mehr Verständnis, mehr menschlichkeit gegenüber Betroffenen und Antragsteller. Es geht darum diesem Personenkreis zusätzliche Mühen und Ängste zu ersparen. Es gibt einen Grundsatz den auch im Gesundheitswesen tätige Personen und Ämter beherzigen sollten “im Zweifel für den Angeklagten” - die Achtung dieses Grundsatz würde viel unnötiges Leid verhindern helfen

Ein abschließender Hinweis betreffs Widerspruch bei einem abgelehnten Antrag.
Lesen Sie sorgfältig die existierenden Urteile durch. Zum besseren Verständnis streichen Sie alle darin enthaltenen Klammerhinweise und Hinweise auf weitere Paragraphen. Dies verwirrt nur. Lesen Sie die verbleibenden Texte zur Begründung mehrmals sorgfältig und aufmerksam. Sie werden viele Argumnete für einen Widerspruch darin finden, da die Texte in sich zum Teil bereits widersprüchlich sind. Auf jeden Fall ist alles wie immer interpretations- und auslegfähig.
Weitere Tips gerne nach Rücksprache

sehen können bedeutet mehr als nur sehen können

  • was bedeutet bzw. heißt sehen eigentlich ?
  • sehen ist …
  • mehr als nur Zahlen, Ziffern, Farben oder Buchstaben erkennen zu können
  • mehr als nur hell, dunkel und starke Kontraste möglicherweise zu erkennen
  • sehen ist …
  • mehr als einer der fünf Sinne – sehen ist sein - ist erleben
  • sehen ist …
  • sehen und gesehen werden, ist wahrnehmen
  • optisch seine Umwelt zu erkennen – dieses optische Erleben hat viele Seiten
  • ein Buch zu lesen, die Schönheit der Natur zu erfassen, ein Bild zu betrachten –
  • all das ist durchaus nicht selbstverständlich

gutes sehen hat im Leben eine entscheidende Bedeutung

  • es hat Bedeutung für unser Leben.
  • es bedeutet Kommunizieren, Verstehen, Erfinden und Erleben – es bedeutet Erfassen, Umsetzen, Verarbeiten, Planen und aktiv selbstständig Handeln
  • von den Möglichkeiten menschlicher Kommunikation ist sehen die Wichtigste.

Sprache kann missverständlich sein – aber wie wir andere sehen und von anderen gesehen werden, ist eine spontane Wahrnehmung. Diese löst unmittelbar Reaktionen aus. Das Sehen oder genauer gesagt das Bedürfnis nach besserem Sehen war es auch, das unsere Vorfahren vor zigtausend Jahren dazu bewog, sich auf die Hinterbeine zu stellen.

So konnten Sie potenzielle Feinde im hohen Gras der Steppe aus größerer Entfernung erkennen. Erst dieser evolutionäre Sprung ermöglichte es uns, unsere Hände frei bewegen zu können und zu den einzigartigen, hoch präzisen Werkzeugen zu spezialisieren, die sie heute sind. Und nun benutzen wir wiederum unsere Hände, um Dinge zu schaffen, die uns noch besseres, noch präziseres Sehen ermöglichen.

Sei es nun in immer weitere Entfernungen, bis zu den Sternen anderer Galaxien, in immer kleinere Maßstäbe hinein, bis zu den einzelnen Bausteinen des Lebens, oder aber einfach zur Korrektur unseres nachlassenden Sehvermögen im Alter. Dabei spielt nicht nur das gute Sehen eine Rolle, sondern auch unser Anspruchan schönes Design.Denn Sehen beschränkt sich nicht auf reines klassifizieren und Erkennen, sondern verschafft uns Genuss und Vergnügen beim Betrachten von Formen, Strukturen und Farben.

  • sehen gestattet das Gestalten und Herstellen von Dingen ohne direkten praktischen Nutzen

Wer nach dem Lesen dieser Erklärung zum sehen immer noch behauptet, Wachkoma-Patienten im Zustand des apall. Syndrom nach hyp. Hirnschaden, wären in der Lage sehen zu können, der hat keine Kenntnisse des Wachkoma, sich noch nie sachlich und fachlich damit auseinander gesetzt und ignoriert diagnostisch medizinische Befunde Neurologischer Fachärzte und Gutachter.

Zudem missachtet und ignoriert man ein Bundes-Sozialgerichtsurteil aus dem Jahre 2005 mit dem Akz. B9a BL 1/05 R – dieses Urteil ist, neutral betrachtet und ausgelegt, unmißverständlich

Legende  - Text ist entnommen den Tafeln zur Feststellung zum Sehen Bundesdeutscher Augenärzte -beginnend mit großer Schreibweise, Buchstabenhöhe 10 mm,  bis hin zur kaum lesbaren Schriftgröße -Buchstabenhöhe 1mm, ermittelt der Augenfacharzt die Sehfähigkeit unseres wichtigsten Sinnesorgan