Verein zur Unterstützung von Wachkoma-Patienten
PEG-Ernährung
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PEG-Ernährung

Muss eine Ernährung über Magensonde , z. Beispiel PEG, überhaupt sein ? und wenn ja, wie lange muss diese ernährungsart beibehalten werden ?

Diese Frage stellen sich Angehörige sehr häufig. Leider können diese Fragen nicht so einfach beantwortet werden, weder mit einem klaren  -ja- oder -nein-  es kommt immer auf den individuellen Fall an. Grundsätzlich muss ein Mensch, dessen Sinne wie schlucken, atmen usw. defizitär sind mittels Magensonde, Beatmungsgerät etc. versorgt werden. Das ist Gesetz und entspricht dem medizinischen Grundgedanken Leben zu erhalten. Auch ist es unter Umständen möglich, die PEG irgendwann wieder abtrainieren zu können. Logopädische Therapie ist hierbei sehr hilfreich (siehe auch unter Therapien = Logopädie)

Nahrungs- und Flüssigkeitsgabe mittels Pumpe…

Bei unseren Beratungen treffen wir immer wieder auf pflegende Angehörige, die ihren Betroffenen Nahrung und Flüssigkeit mittels Dosier- Pumpe verabreichen.

Wir können nicht grundsätzlich behaupten dass dieses sicherlich nicht der richtige Weg sein kann, einem Betroffenen seinen alt gewohnten Lebensstil wieder anzutrainieren. Es ist sicherlich in Einigen, jedoch wenigen Fällen sinnvoll die Nahrungs- und Flüssigkeitsgabe, über einen längeren (?) Zeitraum mittels Pumpe zu verabreichen.

In den meisten Fällen ist es jedoch nicht notwendig. Man kann die Verabreichung auch über Unterdrucksysteme tätigen. Diese Systeme enthalten im  Zuführungsschlauch zur PEG einen Tropfbehälter und ein kleines Einstellrad. Durch dieses Einstellrad lässt sich die Tropfgeschwindigkeit der Nahrung und Flüssigkeit auf fast jede Geschwindigkeit einstellen. Damit ist es möglich nach der Nahrungs-oder Flüssigkeitsgabe einige Zeit, bis zu 3-4 Stunden, verstreichen zu lassen, bevor erneut Flüssigkeit oder Nahrung verabreicht werden kann. Auch defizitäres schlucken widerspricht nicht diesem Vorgehen. Mit einer endoskopischen Untersuchung des Schluckaktes, auch Fiberendoskopie genannt, siehe auch Endoskopische Untersuchung....) kann zweifelsfrei das Defizit festgestellt werden. Danach kann mit dem Arzt, Schlucktherapueten und Logopäden gemeinsam entschieden werden, ob eine Trachealkanäle weiterhin notwendig ist und falls nicht, wie diese abtrainiert werden kann bzw. sollte.

Trachealkanüle - ja oder nein - durch einen Schlucktherapeuten können Defizite beim schlucken einwandfrei festgestellt werden (siehe vor). Niemand wird dem Betreuer jedoch das Restrisiko abnehmen, sollte die Trachealkanüle entfernt werden. Es ist jedoch wie stets im Leben, ein Restrisiko bleibt immer. Egal was man macht. Den meisten Betroffenen hat es nicht geschadet die Trachealkanüle zu entfernen und das Schlucken wieder anzutrainieren. Ein Betroffener ohne Katheder, ohne Trachealkanäle ist wesentlich leichter zu pflegen und zu betreuen als ein Betroffener mit diesen Geräten.

Grundsätzlich sollten Betroffene Nahrung- und Flüssigkeit nicht liegend zu sich nehmen. Entweder man verabreicht sitzend im Bett, bei etwa 130° hochgestelltem  Rückenteil, oder der Betroffene sitzt im Rollstuhl. Beide Positionen entsprechen einer verträglichen Sitzhaltung und verhindern „saures“ aufstoßen. Es gibt eigentlich keinen Grund, weshalb bei häuslicher Pflege zur Nahrungsgabe eine Pumpe genutzt werden muss. Auch ein aufstoßen, rülpsen oder erbrechen von Nahrung, bedeutet nicht zwangsläufig das eine Pumpe eingesetzt werden muss. Oftmals ist es auf falsche Lage (liegend, liegende Sitzhaltung oder auch Nahrungsunverträglichkeit) zurück zu führen. Man sollte zumindest nach der Ursache suchen und nicht gleich als Problemlösung wieder über Pumpe ernähren.

Nährungsberatung durch den Sondenkostliefranten ist unumgäglich und nur zu empfehlen. Man sollte jedoch darauf achten, das der oder die Ernährungsberater(in) weiß wovon die Rede ist. Irgendeinen Ernährungsberater aus dem Alltag zu nehmen macht meistens keinen Sinn.

Für weitere Auskünfte wenden Sie sich an den Verein