Verein zur Unterstützung von Wachkoma-Patienten
Trachealkanüle
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Trachealkanüle

Wachkoma-Patienten erhalten in der Regel bereits auf der Intensivstation eine Trachealkanüle, das Trachostoma. Diese Kanüle soll Speichelrückfluss in die Lunge verhindern um somit einer für diese Betroffenen sehr gefährlichen Lungenentzündung vorzubeugen. Außerdem werden über die Kanüle Schleim und Speichelreste abgesaugt. Dieses ist für alle Beteiligten einfacher und schneller als ständig aufs Neue den Schlauch zum absaugen durch den Mund oder die Nase einzuführen. Diese Methode führt außerdem zu Reizungen im Rachen- und Mundraum und kann bei Unachtsamkeit zu Verletzungen führen.
Also, zuerst einmal eigentlich nur Vorteile mit einem Tracho, meint man. Aber, wo Licht da auch Schatten.

Viele Angehörige haben Angst das Tracho zu einem späteren Zeitpunkt wieder entfernen zu lassen. Von allen „Fachleuten“ wird dringend davon abgeraten es zu tun. Es werden Horrorzenarien aufgezeigt, was alles passieren kann, entfernt man das Tracho. Angehörige stehen diesen Hinweisen hilflos gegenüber. Sie können nicht erkennen, was Übertreibung, was Bequemlichkeit oder was Wahrheit ist. Da auch vielen Betroffenen die Logopädietherapie verweigert wird bleibt die Trachealkanüle, obwohl sie eigentlich entfernt werden könnte.

In etwa 80% aller Trachealkanülen bei Betroffenen könnten diese aber zu einem Zeitpunkt X wieder entfernt werden. Um eine hohe Wahrscheinlichkeit zu erhalten das nach dem Entfernen des Tracho kaum etwas passieren kann, sollten Angehörige folgendes tun :
1. Man sucht sich einen Schlucktherapeuten, welcher mit einer Fiberendoskopischen Untersuchung feststellt ob ein Schluckreflex vorhanden ist und mit welchen Defiziten
2. Anschließend sollte gemeinsam mit dem behandelnden Logopäden/Logopädin eine gezieltere
therapeutische Vorgehensweise festgelegt werden um den Schluckreflex mittel- und langfristig zu bessern.

Fiberendoskopie (vereinfachte Erklärung) = ein Microfaserschlauch wird durch die Nase bis an den Kehlkopfbereich geführt. An einem Ende des Schlauches befindet sich eine Miniaturkamera, am anderen Ende ist er an einem Monitor angeschlossen. Der Schlucktherapeut oder Arzt kann nun, auch im Beisein der Angehörigen und des Logopäden, beim Erreichen der Kamera den Bereich des Kehlkopfes direkt auf dem Monitor sehen, wie der Patient schluckt und wo die Defizite sind. Anhand dieser sichtbar gewonnenen Erkenntnisse können die Therapiemaßnahmen wesentlich gezielter angesetzt werden.

Hinweis: Die vorerwähnte Erklärung ist aufgrund eigener Erfahrungen als Angehöriger geschrieben worden. Viele andere Angehörige haben es ebenso versucht und gute Erfahrungen gemacht. Natürlich kann auch eine solche Untersuchung zur Folge haben das das Tracho wirklich besser nicht entfernt werden sollte. Was aber auch nicht bedeutet es zu einem späteren Zeitpunkt erneut zu versuchen. Betroffene ohne Trachealkanüle erhalten ein großes Stück Lebensqualität wieder. Zudem bessert es die Aussichten verlorengegangene Sinne, riechen, schmecken, wieder zu erlangen.

Wir sind gerne bereit weitere Auskünfte über diese Untersuchungsart zu geben, denn leider gibt es in Deutschland noch zu wenige Häuser in denen diese Untersuchung durchgeführt werden kann.

Schlucktherapeuten findet man unter www.dysphagiezentrum,de
Logopäden findet man unter www.logopädenausbildung.de
Auskünfte über Fiberendoskopie gibt es unter beiden Adressen
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